Büroservice

Büroservice – Entwicklungsgeschichte

Ein kurzer Abriss der Geschichte

Die Anfänge im 19. Jahrhundert

Vor dem 19. Jahrhundert und der Ausbreitung der Industriellen Revolution weltweit, gab es, mit nur wenigen Ausnahmen, zunächst fast ausschließlich Heimarbeitsplätze – die meisten waren Kleinunternehmen. Im 19. Jahrhundert wurden bestimmte Produktionen der Industrieunternehmen in Heimarbeitswerkstätten ausgelagert. Das Heimatarbeitsgesetz wurde vom Reichstag 1911 verabschiedet. Mit dem Inkrafttreten 1912 wurde damit erstmals in Deutschland die Heimarbeit geregelt. 1951 verabschiedete der Bundestag das Heimarbeitsgesetz, das zuletzt 2015 geändert wurde.

Die Weiterentwicklung im 20. Jahrhundert

Die entwicklungsgeschichtliche Entstehung von Büroserviceunternehmen ist eine andere, als die Entstehung von Zeitarbeit. Die Gründung des ersten Zeitarbeitsunternehmens im Jahre 1948 in den USA, fußt zwar auf der Suche nach Ersatz für die erkrankte Sekretärin eines Anwaltsbüros. Allerdings basiert die Unterstützung von Geschäftsprozessen auf dem Prinzip B2E2B (Business-to-Employee-to-Business). Die Zeitarbeit unterstützt in erster Linie mit Personal und berechnet i.d.R. einen Stundenverrechnungssatz*2.

Die 70er und 80er Jahre

In den 70er Jahren entwickelten sich aus den amerikanischen Call-Centern sogenannte Office Center für reisende Verkäufer. Anfang der 80er Jahre etablierten sich dann die ersten Business Center auch in Deutschland. Das Business Center unterstützt hauptsächlich mit Büroraum einschließlich einer Sekretärin und berechnet Raummiete, Bürotechnik/-ausstattung, Telefonservice und virtuelle Sekretärin oder Sekretärin im Büro, d.h. Grundbetrag + monatlichen Mietbetrag + Kosten für zusätzliche Leistungen.

Erst Mitte der 80er Jahre mit der Einführung des PCs, des Telefaxes und der Technologie der Telekommunikation wurde der Weg für das Homeoffice geebnet. Die neue Bürotechnik hat auch die Nachfrage von größeren Unternehmen geschaffen, Personen zu beschäftigen, die im Homeoffice arbeiten. Mit der Geburtsstunde des Internets war es dann auch möglich vom Homeoffice aus weltweit zu agieren.

In den 80er Jahren ist der Büroservice in Deutschland noch weitestgehend unbekannt. Erst nach und nach entstanden mehr und mehr Büroserviceunternehmen.

Ein Büroservice ist ein B2B-Unternehmen zur Unterstützung in erster Linie im kaufmännischen Bereich bei Personal-Engpässen. Sie übernehmen alle Büroarbeiten, wie allgemeine Sekretariatsaufgaben, kaufmännische und/oder fachspezifische Aufgaben. Die Büroarbeiten werden je nach Anforderungsprofil entweder vor Ort beim Auftragnehmer oder im eigenen Homeoffice als virtuelle persönliche Assistenz erledigt. Die Berechnung ist vom Anforderungsprofil abhängig, erfolgt i.d.R. nach tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. In Fällen, bei denen es für den Auftragnehmer im Endeffekt finanziell günstiger ist, werden Pauschalbeträge vereinbart. Eventuell anfallende Zusatzleistungen (z.B. projektbezogene Kosten für Porto, Büromaterial) werden separat in Rechnung gestellt.

Die 90er Jahre

In den 90er Jahren war die Virtuelle Assistentin (VA) in den USA populär. Dagegen wurden VAs bzw. VA-Agenturen in Deutschland erst 2008 bekannt. VAs übernehmen für ihren Auftraggeber allgemeine, kaufmännische und/oder fachspezifische Büroarbeiten, allerdings nur online mittels Telefon, Mobiltelefon, E-Mail und Internet. Heute wird eine virtuelle Sekretärin meistens in Telefonservicefirmen angeboten. Die VA-Agentur unterstützt ausschließlich mit virtuellen Leistungen und berechnet einen Grundgebühr + monatlichen Mietbetrag.

Fazit:

Ursache für die Entstehung der unterschiedlichen Berufszweige bzw. Branchen ist, unter Berücksichtigung der Gewinnmaximierung und Fixkostensenkung, die Raumsituation einerseits und der Fachkräftemangel andererseits. Während sich die Heimatarbeit und Office Center aus einer begrenzten Raumsituation gründeten, entstanden Zeitarbeit, VPAs und Call-Center aus einem temporären Mangel an Fachkräften im Unternehmen. Der Büroservice zielt darauf ab, beide Bereiche, zum einen Fachkräfte und, zum anderen Büroraum mit eigenem Homeoffice bzw. vorübergehendem Einsatz am Arbeitsplatz beim Auftragnehmer abzudecken. Der Nutzen für den Auftragnehmer besteht also darin, weder einen zusätzlichen Arbeitsplatz generieren, noch eine(n) neue(n) Arbeitnehmer/In einstellen zu müssen. Zudem fallen nur der vereinbarte Stundenverrechnungssatz und eventuell anfallende Zusatzleistungen oder der Pauschalpreis an.

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